Orientierung und Mobilität

In einer Mobilitätsschulung (auch: Schulung in Orientierung und Mobilität/Mobiltraining/O&M-Training) werden Strategien und Techniken vermittelt, mit deren Hilfe alle Wege des täglichen Lebens sicher, selbständig und effektiv bewältigt werden können. Neben dem Gebrauch des Langstocks wird der Einsatz des verbliebenen Sehvermögens geschult, sowie ggf. die Anwendung weiterer Hilfsmittel, wie zum Beispiel Monokular, Lupe oder Kompass. Eine Mobilitätsschulung kann jeder beantragen, dessen Mobilität aufgrund einer Sehschädigung so eingeschränkt ist, dass Sicherheit und Selbständigkeit nicht mehr gewährleistet sind.

Die Kosten dafür übernimmt bei Berufstätigen das Sozialministeriumservice. Leider werden für Pensionisten oder andere  Bevölkerungsgruppen die Kosten dafür nur zum Teil übernommen. Das Lebensalter spielt dabei keine Rolle. Mobilitätsschulungen werden mit Kindern genauso erfolgreich durchgeführt, wie mit Erwachsenen und Senioren. Abhängig von verschiedenen Faktoren (Bedarf, Alter, Vorerfahrungen, verbliebenes Sehvermögen, zusätzliche Beeinträchtigungen) beträgt die typische Länge einer Mobilitätsschulung zwischen 20 und 80 Unterrichtsstunden, manchmal sogar mehr.

Nach dem Erlernen der Stocktechnik können wichtige Themen bearbeitet werden, z.B.:

  • Verhalten im Straßenverkehr
  • Umgang mit Hindernissen
  • Benutzung von Bus und Bahn
  • Mobilität im Dunkeln
  • Orientierung im Supermarkt
  • sicherer Umgang mit Kanten und Treppen.

Außerdem können konkrete Wege eingeübt werden: zum Arzt, zu Behörden, zum Einkaufen, zum Arbeitsplatz usw. Der Unterricht findet immer rund um den Wohnort des Betroffenen statt, d.h. der Lehrer kommt für den Einzelunterricht zum Schulungsteilnehmer und nicht umgekehrt.

mehr erfahren zu Orientierung und Mobilität