Sehbeeinträchtigter älterer Mann rasiert sich im Sitzen und blickt zur Seite

Was geschieht mit Ihrer Spende ?

Manche Schicksale sind so unglaublich erschütternd, dass selbst mir, nach 12 Jahren als Obmann des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Kärnten, der Mund offen bleibt und ich nur anbieten kann: „Wir helfen Ihnen. Gleich. Keine Frage.“

Als Josef R. vor zwei Jahren bei uns anrief, schilderte er uns seine Situation: Er war auf dem Weg zum Einkaufen im Ort so unglücklich gestürzt, dass er dabei sein Augenlicht von einem Tag auf den anderen verlor. Wir haben sofort geholfen und Pflegegeld beantragt, ihm psychologische Hilfe angeboten und die wichtigsten Hilfsmittel für ein selbstständiges Leben organisiert. Etwa 500 Euro hat er dafür selbst aufgebracht.

Dennoch: Vieles geht heute langsamer, manches geht gar nicht mehr. Nun wünscht sich Josef ein Vorlesegerät um rund 3.000 Euro. Wir sammeln in diesem Monat Spenden, damit wir ihm dabei unter die Arme greifen können. Für Josef ist jeder Tag eine Herausforderung.

In den ersten Minuten des Tages hat Josef R. schon fünf verschiedene Hilfsmittel in Gebrauch: ein sprechender Wecker, ein Füllstandsmesser, ein Farbtester und Thermometer. Josef R. lebt im oberen Drautal und ist durch einen Sturz im Alter von 67 Jahren (knapp nach seiner Pensionierung) unverschuldet von einem Tag auf den anderen erblindet. Zu diesem Zeitpunkt lebte seine Frau noch, war aber durch den Krebs bereits geschwächt. Erna hielt ihn an, sich wieder auf die eigenen Beine zu stellen und selbstständig zu werden. „Das war so unfassbar. Alles war mir zu viel!“, schildert Josef R. sein Schicksal. Zugleich konnte er sich nicht fallen lassen, wissend, dass seine Frau nicht mehr lange da sein würde.

Durch einen wahrhaft rettenden Tipp seiner Augenärztin nahm er Kontakt mit dem Blindenverband auf und erhielt dort wertvolle Hilfsmittel, die er nun im täglichen Gebrauch hat. Seit Ernas Beerdigung ist es still im Haus, aber nie ganz still. „Ich bin froh, dass mein Telefon oft läutet und ich mit Menschen beim Blindenverband in Kontakt gekommen bin.“

 

„Mit jedem Hilfsmittel bekommt man ein Stück Freiheit. Die günstigste sprechende Uhr gibt es schon um 12 Euro, aber gute Vorlesegeräte können bis zu 4.000 Euro kosten. Unsere Klienten sind nicht reich. Es gibt viele Rentner mit kleinen Pensionen, hier muss immer wieder der Blindenverband unterstützend helfen. Und dafür sammeln wir Spenden. Damit sie dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in Kärnten.“

 

(Obmann BSVK Willibald Kavalirek)

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