Kärnten war dabei ! LOW Vision Conference in Lasko

BSVK Kärnten Allgemein

Ankünder EBU Conference Lasko SLO

Ankünder EBU Conference Lasko SLO

Bericht von Michelle Struckl:

 

Vernetzung, Austausch und Kompetenz: mit diesen Begrifflichkeiten lässt sich die erstmalige Low Vision Konferenz in Slowenien optimal beschreiben. Die internationale Konferenz fand heuer vom 14. Juni bis 17. Juni in Lasko statt. Unter dem Titel „LOW VISION Services, a Global Right Setting the Standards in Europe“ trafen insgesamt rund 70 VertreterInnen aus 23 Nationen aufeinander.

Es muss erwähnt werden, dass die Organisation der Veranstaltung gut gelungen ist. Der gesamte Ablauf sowie die Inhalte wurden im Vorhinein bekannt gegeben und standen auf der Internetseite der EBU http://www.euroblind.org/events/ebu-low-vision-conference-2018 zum Downloaden bereit. Für alle Mitwirkenden war es demnach möglich, sich vorab über die diversen Diskussionsthemen zu informieren und vorzubereiten. Ebenfalls sind die anderen organisatorischen Punkte wie der Transport und die Unterbringung als sehr gut zu bewerten.

Die Impulsvorträge wurden von verschiedenen Low Vision Expertinnen und Experten gehalten und anschließend mit Selbstbetroffenen, ÄrztInnen, OptikerInnen und RehabilitationsexpertInnen diskutiert. Unter anderem gilt es folgende Themen der Impulspräsentationen festzuhalten: Low Vision Services (Dienstleistungen) und Standards in Europa, die Rolle der AugenärztInnen, verschiedene Low Vision Ansätze, Unterstützung im Studium und der Berufswelt, WHO – internationale Standards für Rehabilitation. Die Inhalte der Workshops lassen sich Folgend zusammenfassen: Rehabilitation in der Praxis, Vision Training, Förderung und Unterstützung der peer-group, Sensibilisierung durch Kampagnien, verschiedene Projekte für jüngere und ältere Menschen, inklusive Architektur, Empowerment und die gemeinsame Verantwortung aller Zielgruppen.

Kritisch zu reflektieren gilt es allerdings den Austausch zwischen den 23 vertretenden Ländern. Aufgrund des streng eingehaltenen Ablaufs der vorgegeben Inhalte, kamen die Diskussionen untereinander viel zu kurz. Häufig wurden Themen evaluiert, die bereits bekannt sind. Das Organisationsteam stütze sich bei ihren ausgewählten Themen sehr auf bereits vorhandene Strukturen und Möglichkeiten. Wiederum ließ man es kaum zu, an lösungsorientierten Vorschlägen zu arbeiten. Abweichungen wollte man demnach nur ungern zulassen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die erste EBU Low Vision Konferenz ein wichtiger Schritt in Richtung Partizipation ist. Die interdisziplinäre Vernetzung macht es möglich, dass europaweit durch die EBU Standards verglichen und angepasst werden können. In Zukunft sollte der Schwerpunkt solcher Konferenzen darin liegen, VertreterInnen aus diversen Nationen zusammen zu bringen und gemeinsam die Interessen von Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit zu diskutieren und umzusetzen.

Michelle Struckl ist LOW Vision Beraterin im BSVK